
Sie entdecken ein ungenutztes Grundstück neben Ihrem Zuhause oder ein Baugrundstück, das Sie interessiert. Der natürliche Reflex: online ins Kataster gehen. Nur zeigt der Katasterplan nicht den Namen des Eigentümers. Die Verwirrung ist häufig und kostet Zeit. Den Eigentümer eines Katastergrundstücks zu finden, erfordert die Kombination mehrerer Schritte, von denen einige nicht online erfolgen.
Was der Online-Katasterplan wirklich zeigt (und was er verbirgt)
Die Website cadastre.gouv.fr bietet Zugang zu den Katasterblättern aller französischen Gemeinden. Dort finden Sie die Aufteilung in Abschnitte und Parzellen, die Grundfläche der Gebäude, die Trassen der Straßen und Gewässer.
Den Namen des Eigentümers finden Sie auf diesem Plan nicht. Der Katasterplan hat einen steuerlichen Wert: Er dient als Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer, nicht zur Identifizierung von Personen. Die Eigentümerdaten sind nicht als Open Data verfügbar.
Das ist ein Punkt, den viele Privatpersonen entdecken, nachdem sie mehrere Minuten damit verbracht haben, auf Parzellen zu klicken. Der Plan gibt Ihnen die Katasterreferenz (Abschnitt + Parzellennummer), und diese Referenz wird Ihnen für die nächsten Schritte dienen. Notieren Sie sie: Sie ist der Schlüssel zu allen folgenden Verfahren.
Zu wissen, wie man online auf das Kataster zugreift, beschränkt sich also nicht darauf, eine Karte zu öffnen, sondern erfordert das Verständnis, welche Informationen jeder Dienst tatsächlich bereitstellt.

Katastermatrix und Eigentumsnachweis: der kostenlose Weg über das Rathaus
Die Katastermatrix ist das schriftliche Dokument, das den Plan ergänzt. Sie fasst, Gemeinde für Gemeinde, alle Parzellen und bebauten Grundstücke zusammen, die einem bestimmten Eigentümer zugeordnet sind. Dort steht der Name.
Sie haben das Recht, einen Ausschnitt aus der Katastermatrix für jede Parzelle anzufordern. Der Dienst steht jeder Person offen, ohne dass ein besonderer Grund angegeben werden muss.
Wie man diesen Ausschnitt erhält
- Im Rathaus, am Schalter des Stadtplanungsdienstes oder des Sekretariats. Bringen Sie die Katasterreferenz (Abschnitt und Nummer) mit. Die Antwort erfolgt oft sofort in kleinen Gemeinden.
- Im Grundsteueramt (ehemals Finanzamt), das für die Gemeinde zuständig ist. Sie können persönlich hingehen oder einen Brief senden.
- Per Post oder Online-Formular beim Dienst für die Einkommensteuer. Die Website impots.gouv.fr ermöglicht es, den zuständigen Dienst über die sichere Nachrichtenfunktion zu kontaktieren.
Die Ausstellung ist in den meisten Fällen kostenlos. Sie erhalten dann einen Eigentumsnachweis, der den Namen des Eigentümers, die Art des Eigentums, dessen Fläche und den katasterlichen Mietwert angibt.
Grundbuchamt: wenn das Kataster nicht ausreicht
Die Katastermatrix spiegelt die steuerliche Situation wider. Sie kann von der rechtlichen Realität abweichen, insbesondere nach einem kürzlichen Verkauf oder einer noch nicht registrierten Erbschaft. Suchen Sie die rechtliche Sicherheit über die Identität des Eigentümers? Dann müssen Sie das Grundbuchamt (SPF) kontaktieren.
Das SPF (ehemals Hypothekenverwaltung) führt die Historie aller Immobilienübertragungen: Verkäufe, Schenkungen, Erbschaften, Hypotheken. Nur das SPF liefert einen vollständigen Hypothekenstatus, mit der Kette der vorherigen Eigentümer.
Vorgehensweise und Kosten
Die Anfrage erfolgt über ein Formular (Cerfa), das an das zuständige SPF, das für den Standort der Immobilie zuständig ist, gesendet wird. Die Recherche ist kostenpflichtig. Die Gebühren hängen von der Art der angeforderten Informationen ab.
Dieses Verfahren ist aufwändiger als ein Besuch im Rathaus. Es ist gerechtfertigt, wenn Sie einen Erwerb vorbereiten, wenn Sie einen Grundstücksstreit vermuten oder wenn die Katastermatrix Informationen liefert, die Ihnen veraltet erscheinen.

Belegungsdaten auf impots.gouv.fr: eine aktuelle Ergänzung
Seit der Einführung des Dienstes “Immobilien” auf impots.gouv.fr müssen Eigentümer Änderungen in der Belegung ihrer Wohnungen melden. Hauptwohnsitz, Nebenwohnsitz, Vermietung, Leerstand: Jede Situation muss angegeben werden, ebenso wie die Identität der Bewohner.
Diese Verpflichtung, die in den letzten Jahren erneuert und präzisiert wurde, schafft eine dynamischere Belegungsbasis als nur die Katastermatrix. Für die Verwaltung ermöglicht sie es, den im Immobilienregister eingetragenen Eigentümer von der Person zu unterscheiden, die das Eigentum tatsächlich bewohnt.
Sie haben als Privatperson keinen Zugang zu dieser Datenbank, um die Daten anderer einzusehen. Sie verbessert jedoch die allgemeine Zuverlässigkeit der Informationen, die von den Steuerbehörden gehalten werden. Wenn Sie einen Ausschnitt aus der Matrix anfordern, berücksichtigen die Ihnen übermittelten Daten diese aktuellen Meldungen.
Open Data-Plattformen und Drittanbieter-Tools: was sie konkret bieten
Mehrere aktuelle Dienste aggregieren das Kataster mit anderen offenen Datensätzen: Immobilienverkäufe (DVF – Demandes de Valeurs Foncières), städtebauliche Vorschriften (PLU), Daten zu Naturgefahren.
Portale wie cadastre.data.gouv.fr oder France Cadastre ermöglichen es, die Parzellen zu visualisieren, geografische Informationen zu verknüpfen und manchmal den Preis des letzten Verkaufs einer bestimmten Parzelle über DVF zu finden. Keiner dieser Dienste gibt den Namen des Eigentümers einer Parzelle, die einer natürlichen Person gehört, bekannt.
Eine bemerkenswerte Ausnahme: Für juristische Personen (SCI, Unternehmen, Gemeinden) ermöglichen einige professionelle Plattformen die Identifizierung des Eigentümers durch die Verknüpfung von Katasterdaten und öffentlichen Unternehmensregistern. GeofoncierEXPERT beispielsweise gewährt Zugang zu den Eigentümern juristischer Personen auf seinen Parzellenblättern.
Für eine Privatperson, die den Eigentümer einer natürlichen Person eines Grundstücks sucht, bleibt der Verwaltungsweg (Rathaus oder SPF) der einzige legale und zuverlässige Weg.
Der Online-Kataster ist ein Ausgangspunkt, keine Antwort. Er gibt Ihnen die Referenz der Parzelle, deren Lage und Fläche. Der Name des Eigentümers hingegen wird kostenlos im Rathaus oder beim Grundbuchamt für eine vollständige Historie erhalten. Beginnen Sie damit, die genaue Katasterreferenz zu notieren, das ist der einzige Schritt, der alle anderen bedingt.